Das maligne Melanom
Das maligne Melanom ist ein aggressiver Hauttumor, der aus den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) hervorgeht. Charakteristisch ist seine frühe Tendenz zur Metastasierung, was die hohe Mortalität dieser Erkrankung erklärt. Während Melanome vor einigen Jahrzehnten noch zu den seltenen Tumoren gezählt wurden, erreichten sie 2016 in Deutschland bereits den fünften Rang unter den häufigsten soliden Krebserkrankungen – mit mehr als 55.000 neu diagnostizierten Fällen pro Jahr. Der zentrale Auslöser für den deutlichen Anstieg der Erkrankungszahlen ist die gesteigerte Belastung durch ultraviolette Strahlung in den vergangenen 60 Jahren, da UV-Exposition als bedeutendster Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs gilt.
Neben den weit verbreiteten kutanen Melanomen existieren auch seltenere Varianten, die an Schleimhäuten, im Auge oder in anderen Organen auftreten können.
Relevante Gene beim Melanom
Ein entscheidender Mechanismus in der Tumorentstehung von Melanomen ist die Fehlregulation des KIT-RAS-RAF-Signalwegs. Mutationen in diesem Netzwerk führen zu einer dauerhaften Aktivierung von Wachstumsprozessen und damit zu einer unkontrollierten Proliferation der Tumorzellen.
Bei etwa 40–50 % aller kutanen Melanome lassen sich Mutationen im BRAF-Gen nachweisen. Insbesondere die V600-Varianten sind therapeutisch von großer Bedeutung, da für sie mehrere zielgerichtete Inhibitoren zugelassen sind. Für seltenere aktivierende Mutationen außerhalb von V600 („non-V600-Mutationen“) existiert bisher keine etablierte Standardtherapie, jedoch laufen klinische Studien, die den Nutzen verschiedener Substanzen prüfen.
Mutationen im NRAS-Gen treten in ca. 20–30 % der kutanen Melanome auf. Sie schließen in der Regel Veränderungen in BRAF oder KIT aus. Klinisch bedeutsam sind sie vor allem prognostisch, da sie meist mit einem aggressiveren Verlauf und einer ungünstigeren Prognose einhergehen.
Etwa 2–5 % der Melanome weisen aktivierende Veränderungen im KIT-Gen auf. Diese können unter Umständen ein Ansprechen auf bestimmte Inhibitoren oder Immuntherapien ermöglichen.
Bei den seltenen Aderhautmelanomen (Uveamelanomen) dominieren Mutationen in den Genen GNAQ und GNA11, die in etwa 80 % dieser Tumoren vorkommen. Diese genetischen Veränderungen sind unter bestimmten klinischen Bedingungen ebenfalls von therapeutischer Relevanz.
