Skip to content

Das Schilddrüsenkarzinom

In Deutschland erkranken jährlich rund 6.000 Menschen an Schilddrüsenkrebs. Unter den endokrinen Tumoren stellen Schilddrüsenkarzinome die häufigste Form dar. Sie machen etwa 1–5 % aller Krebserkrankungen bei Frauen und weniger als 2 % bei Männern aus.

Die Erkrankung ist ausgesprochen heterogen und entsteht aus zwei verschiedenen Typen epithelialer Zellen der Schilddrüse. Der Krankheitsverlauf und die Prognose hängen maßgeblich von der jeweiligen Tumorform ab, sodass die genaue histologische Einordnung für die Therapieentscheidung von zentraler Bedeutung ist.

Subtypen der Schilddrüsenkarzinome

Mehr als 90 % aller Schilddrüsenkarzinome gehören zu den differenzierten Formen (DTC), also dem papillären oder follikulären Typ. Diese Varianten sind in der Regel gut behandelbar und gehen mit einer günstigen Prognose einher.

Demgegenüber steht das anaplastische Schilddrüsenkarzinom (ATC), das aufgrund seiner ausgeprägten Resistenz gegenüber therapeutischen Maßnahmen als eine der aggressivsten Tumorformen gilt. Meist führt es innerhalb kurzer Zeit zum Tod.

Eine weitere Besonderheit der Schilddrüsenkarzinome ist das vergleichsweise häufige Auftreten familiärer Formen. Während beim papillären und follikulären Karzinom etwa 5 % der Fälle erblich bedingt sind, steigt dieser Anteil beim medullären Schilddrüsenkarzinom auf bis zu 30 %.

Relevante Gene bei Schilddrüsenkarzinomen

Für das familiäre medulläre Schilddrüsenkarzinom konnten Mutationen im RET-Gen als ursächlicher Faktor identifiziert werden. Die genetische Analyse dieses Gens spielt daher eine zentrale Rolle sowohl in der Therapieplanung als auch in der langfristigen Betreuung betroffener Patientinnen und Patienten.

Auch bei den sporadisch auftretenden Schilddrüsenkarzinomen können RET-Veränderungen eine wichtige Funktion haben. In diesen Fällen handelt es sich häufig um Translokationen, die eine dauerhafte Aktivierung von Signalwegen nach sich ziehen und so das unkontrollierte Zellwachstum begünstigen.

Darüber hinaus können auch die nachgeschalteten Komponenten des RET-Signalweges direkt betroffen sein: Mutationen in den Genen BRAF oder RAS führen ebenfalls zu einer pathologischen Aktivierung des Signaltransduktionswegs und tragen somit zur Tumorentstehung bei. 

Grafik Signale-Schilddruesenkarzinom